Hoeneß kritisiert erneut Nagelsmann: „Denkt, er gewinnt allein das Spiel“
Von Ulrike John
München – Uli Hoeneß (74) übte erneut Kritik am Bundestrainer Julian Nagelsmann (38).
„Wenn es der deutschen Mannschaft gelingt, als Team aufzutreten, obwohl es dem Trainer bisher nicht gelungen ist, zweimal hintereinander mit derselben Startelf zu spielen, dann besteht eine realistische Chance“, äußerte der Ehrenpräsident des FC Bayern München im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.
Damit beschrieb er seine Einschätzung zur deutschen Fußballnationalmannschaft im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im Sommer.
Der 74-Jährige zog einen Vergleich zur Situation beim FC Bayern im vergangenen Jahr.
„Die Lage ist vergleichbar mit unserer Situation. Vor Saisonbeginn meinte jeder, der Kader sei zu klein und nicht stark genug. Doch der Trainer hat die Spieler weiterentwickelt und vor allem aus ihnen eine echte Einheit geformt“, erklärte Hoeneß.
„Unser Bundestrainer hingegen glaubt, das Spiel allein durch sich gewinnen zu können. Dabei entscheidet die Mannschaft über den Sieg.“ Bereits im April hatte der Bayern-Ehrenpräsident Nagelsmann wegen seines Umgangs mit sensiblen Themen wie Manuel Neuer und Deniz Undav kritisiert.
„Ich will kein Nagelsmann-Bashing betreiben, aber was ich ihm vorwerfe, ist, dass er junge Spieler einsetzt und ausprobiert, um den Erwartungen der Medien gerecht zu werden“, fügte der Bayern-Patron damals hinzu.